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Vereinspraxis

Methacore Apps: eigene Anwendungen für Verwaltung und Mitglieder-App

Jeder Verein hat ein paar Handgriffe, die keine Standardsoftware abdeckt. Der Kassenwart braucht jedes Quartal dieselbe Liste in genau dem Format, das die Steuerberaterin verlangt. Die Jugendabteilung will vor dem Zeltlager abfragen, wer mitfährt. Der Trainer möchte seinen Gruppen einen Plan zeigen, der anders aussieht als alles, was eine Vereinssoftware von Haus aus anbietet. Bisher hieß das Excel, ein Formular von irgendwo oder eine Anfrage an uns. Mit Methacore Apps baut der Verein sich diese Werkzeuge selbst und öffnet sie dort, wo er ohnehin arbeitet: in der Verwaltung unter admin.methacore.de oder in der Mitglieder-App auf dem Handy.

Was eine Methacore-App ist

Eine App ist eine kleine Anwendung mit eigener Oberfläche, die Daten aus Methacore lesen darf, und zwar nur die, denen der Nutzer zugestimmt hat. Sie läuft entweder in der Verwaltung, in der Mitglieder-App oder in beiden.

Es gibt zwei Arten:

  • Gehostete Apps entstehen im Methacore Studio unter studio.methacore.de. Methacore liefert sie aus, in einer abgeschotteten Umgebung, die nur mit den freigegebenen Schnittstellen sprechen darf.
  • Externe Apps laufen auf der eigenen Domain eines Anbieters, zum Beispiel als Next.js-Anwendung. Methacore bettet sie ein. Für diese Apps gibt es das quelloffene SDK @methacore/sdk auf npm.

Hinter jeder App steht ein Projekt im Artim Developer Hub, in dem die API „Methacore Apps“ eingeschaltet ist. Dort pflegt der Anbieter Name, Icon, Screenshots, Beschreibung, Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen. Genau diese Angaben sehen später die Mitglieder im App Store.

Bauen, ohne zu programmieren

Das Studio hat zwei Arbeitsweisen, die sich gegenseitig ergänzen. Im Builder zieht man Bausteine auf eine Fläche: Überschrift, Text, Tabelle, Liste, Auswahl, Datumsfeld, Diagramm, Tabs. Eine Tabelle bekommt ihre Daten über ein Auswahlfeld „Datenquelle“, etwa „Meine Gruppen“; die Spalten hakt man aus den Feldern der Quelle an. Ein Knopf, der die Tabelle als Excel-Datei ausgibt, ist eine Aktion, die man aus einer Liste wählt. Über „Daten ansehen“ zeigt das Studio zu jeder Quelle die Felder mit Beispieldaten, damit man vorher weiß, was ankommt.

Wer mehr will, wechselt in den Bereich Code. Dort steht ein vollständiger VS-Code-Editor im Browser mit der Beschreibung der App (app.json), eigenen Funktionen in JavaScript (main.js) und einem Stylesheet (styling.css). Farben, Schriften und Abstände lassen sich über dokumentierte Variablen ändern, jeder Baustein hat feste CSS-Klassen. Der Builder zeigt Änderungen am Stylesheet sofort an.

Die Vorschau startet die App so, wie sie später läuft, wahlweise im Rahmen der Verwaltung oder im Handyformat der Mitglieder-App. Ist die App fertig, veröffentlicht man eine Version mit Versionsnummer und kurzer Änderungsnotiz.

Was eine App sehen darf

Eine App bekommt keinen Generalschlüssel. Sie fragt beim ersten Öffnen nach genau den Berechtigungen, die sie braucht, und Methacore zeigt diese Liste in verständlichen Worten: „Profil lesen“, „Gruppen lesen“, „Termine lesen“, „App-Speicher schreiben“. Erst wenn das Mitglied auf „Zugriff erlauben“ tippt, lädt die App. Bis dahin sieht es einen Hinweis, dass die App noch nicht freigegeben ist, samt Anbieter und angefragten Rechten.

Anmelden muss sich dabei niemand ein zweites Mal. Wer in der Verwaltung oder in der Mitglieder-App angemeldet ist, bestätigt nur die Freigabe. Braucht eine spätere Version zusätzliche Rechte, fragt Methacore gezielt nach diesen, bevor die App sie nutzen kann.

Gehostete Apps lesen die Daten aus Sicht des Mitglieds: das eigene Profil, die eigenen Gruppen und Termine, Trainingspläne, Wettkampfergebnisse und den Mitgliedsausweis. Für eigene Daten wie Umfrageantworten hat jede App einen Speicher mit 10 MB pro Verein, wahlweise für den ganzen Verein oder pro Mitglied. Externe Apps können darüber hinaus die Entwickler-APIs von Methacore nutzen, soweit der Verein die passenden Berechtigungen erteilt.

Der Verein entscheidet, was erscheint

Im Bereich Organisation legt der Verein unter Apps freigeben fest, welche Apps in der Verwaltung und welche in der Mitglieder-App verfügbar sind: alle, keine oder nur ausgewählte. Beide Einstellungen sind getrennt. Ein Exporter für den Vorstand muss nicht in der Mitglieder-App auftauchen, und eine Umfrage für die Jugend nicht in der Verwaltung.

In der Verwaltung findet man die Apps unter Apps, mit App Store, einer Liste gespeicherter Apps und bis zu drei Apps, die man oben in der Seitenleiste anheftet. In der Mitglieder-App liegt unter Weiteres die Kachel Apps: ein Raster mit den gespeicherten Apps wie auf dem Homescreen eines Handys, dazu der App Store. Die Reihenfolge ändert man durch langes Drücken und Ziehen.

Geprüft oder extern

Eine App, die nur der eigene Verein nutzt, braucht keine Freigabe von außen. Soll sie im App Store für alle Vereine erscheinen, prüft Artim jede Version, bevor sie live geht. Gehostete Apps mit geprüfter Version tragen das Siegel Von Methacore geprüft.

Externe Apps bekommen dieses Siegel nie, weil ihr Code auf fremden Servern liegt und sich jederzeit ändern kann. Sie tragen den Hinweis „Extern – nicht von Methacore geprüft“. Beim ersten Öffnen nennt Methacore den Anbieter und verlinkt dessen Datenschutzerklärung, und erst nach einer Bestätigung startet die App. Externe Apps müssen über https erreichbar sein. Methacore prüft täglich, ob ihre Adresse antwortet, und markiert eine App als gestört, wenn nicht.

Womit man anfängt

Der schnellste Weg zur ersten App führt über den Artim Developer Hub:

  1. Im Developer Hub ein Projekt anlegen und die API „Methacore Apps“ mit dem eigenen Verein verknüpfen.
  2. Einen OAuth-Client für die API anlegen und unter „Methacore-App“ Name, Icon und Beschreibung eintragen.
  3. Im Studio mit dem Methacore-Konto anmelden, das Artim-Dev-Konto verknüpfen und die App auswählen.
  4. Bausteine zusammenstellen, in der Vorschau testen, Version veröffentlichen.

Die vollständige Dokumentation mit Referenz aller Bausteine, Datenquellen, CSS-Variablen und des SDK steht unter developer.artim-industries.com/docs/apps.

Häufige Fragen

Muss ich programmieren können?

Nein. Der Builder reicht für Listen, Tabellen, Exporte, Auswahlfelder und einfache Abläufe. Code braucht man erst für eigene Berechnungen oder ein Aussehen, das über die Variablen hinausgeht. Beides lässt sich mischen: Eine im Builder gebaute App kann einzelne Funktionen aus main.js aufrufen.

Welche Daten sieht eine App?

Nur die, denen das Mitglied beim Öffnen zugestimmt hat, und nur für den Verein, in dem es die App nutzt. Eine App mit „Profil lesen“ kennt Name, E-Mail-Adresse, Geburtstag und Bild des Mitglieds, aber keine Beiträge, Bankverbindungen oder Daten anderer Mitglieder. Die angefragten Rechte stehen vor dem Start in der Zustimmung.

Kann eine App ohne Zustimmung starten?

Nur wenn sie keine Berechtigungen anfragt, also keine Daten aus Methacore liest. Sobald eine App Daten braucht, lädt sie erst nach „Zugriff erlauben“. Lehnt das Mitglied ab, bleibt der Hinweis stehen und die App geschlossen.

Was bedeutet das Siegel „Von Methacore geprüft“?

Artim hat die aktuelle Version einer gehosteten App vor der Veröffentlichung geprüft, bevor sie im App Store für alle Vereine erscheint. Jede neue Version durchläuft die Prüfung erneut. Bis sie freigegeben ist, bleibt die letzte geprüfte Version live.

Können wir Apps anderer Vereine nutzen?

Ja, sobald ein Anbieter seine App öffentlich anbietet und die Prüfung bestanden ist. Sie erscheint dann im App Store aller Vereine, deren Freigabe „alle“ oder die App ausdrücklich erlaubt. Die Daten bleiben dabei im eigenen Verein: Öffnet ein Mitglied des TV Musterstadt eine App, sieht sie nur Daten aus diesem Verein.

Eigene Werkzeuge, dort wo der Verein arbeitet

Methacore Apps stehen in der Verwaltung unter Apps und in der Mitglieder-App unter Weiteres. Eigene Apps entstehen im Methacore Studio.

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