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Vereinspraxis

Ämter: Vorstand, Kassenprüfung und Amtszeiten, die man belegen kann

Wer im Verein welches Amt hält, steht typischerweise an drei Stellen: im Protokoll der letzten Wahl, auf der Webseite im Impressum und im Kopf der Leute. Alle drei Quellen widersprechen sich nach zwei Jahren.

Das fällt selten im Alltag auf und immer im ungünstigen Moment: bei der Vereinsregisteranmeldung, bei der Frage, wer eine Rechnung freigeben darf, oder wenn der Kassenprüfungsbericht von jemandem stammt, der zum Prüfungszeitpunkt schon kein Kassenprüfer mehr war.

Katalog und Besetzung sind zwei Dinge

Die Seite trennt beides, und das ist der Kern:

  • Der Katalog sagt, welche Ämter der Verein hat: Vorsitz, Kassenwart, Schriftführung, Kassenprüfung, Jugendwart, Gerätewart.
  • Die Besetzung sagt, wer ein Amt zu einem Zeitpunkt hält.

Der Katalog ändert sich selten und folgt der Satzung. Die Besetzung ändert sich nach jeder Wahl. Wer beides in einer Liste führt, verliert bei jeder Wahl die Struktur.

Was ein Amt trägt

  • Bezeichnung. Wie das Amt im Verein tatsächlich heißt — nicht wie es in einer Mustersatzung heißen könnte.
  • Beschreibung. Wofür das Amt zuständig ist. „Führt die Kasse und legt den Kassenbericht vor.“ Dieser Satz ist der Unterschied zwischen einem Amt, für das sich jemand findet, und einem Titel, den niemand will.
  • Vergabe: einmal oder mehrfach. Es gibt einen Vorsitz, aber mehrere Kassenprüfer. Ein einmalig vergebenes Amt lässt sich nicht doppelt besetzen — das ist die Sicherung gegen zwei Kassenwarte nach einer unklaren Wahl.
  • Sitzungsrechte. Dazu unten.
  • Status. Aktiv oder stillgelegt.

Amtszeiten und der Stichtag

Eine Besetzung hat einen Beginn und, wenn die Amtszeit endet, ein Ende. Damit wird die Liste zeitlich abfragbar: Ohne Datum zeigt sie den heutigen Stand, mit Stichtag den von damals.

Das ist die Funktion, die im Ernstfall zählt. Wer belegen muss, wer im März 2023 Kassenwart war — für eine Prüfung, für eine Rückfrage des Finanzamts, für einen Streit über eine Unterschrift —, setzt den Stichtag und liest ab. Ohne diese Historie ist die Antwort eine Rekonstruktion aus Protokollen.

Praktischer Hinweis: Amtszeiten beim Wechsel eintragen, nicht am Jahresende. Das dauert 30 Sekunden und ist danach belastbar.

Sitzungsrechte: warum das Amt sie trägt

In Sitzungen und Abstimmungen hängen Rechte an Funktionen, nicht an Personen: Wer die Versammlung leitet, wer das Protokoll führt, wer stimmberechtigt ist.

Wenn diese Rechte am Amt hängen, wandern sie bei der Wahl automatisch mit. Wenn sie an Personen hängen, muss nach jeder Wahl jemand daran denken — und genau das passiert nicht. Der Unterschied wird beim ersten Wechsel im Vorstand sichtbar.

Dasselbe gilt nach außen: Über den Scope memberships gibt Methacore die aktiven Ämter an angebundene Anwendungen weiter. Ein Forum, in dem nur der Vorstand einen Bereich sieht, bekommt damit die Berechtigung aus dem Ämterkatalog — und eine abgelaufene Amtszeit verschwindet dort von selbst.

Wo die Ämter noch auftauchen

  • Vertretung nach § 26 BGB auf der Vereinsseite: Wer den Verein vertritt, gehört ins Impressum und wird von dort gelesen.
  • Zuwendungsbestätigungen und andere Dokumente, die eine Unterschrift brauchen.
  • Auswertungen, wenn die Frage nach Zuständigkeit gestellt wird.

Stilllegen statt löschen

Ein Amt, das der Verein nicht mehr besetzt — der Gerätewart, seit die Halle saniert ist —, wird stillgelegt. Es verschwindet aus den Auswahlen, bleibt aber in der Historie sichtbar. Damit bleibt das Protokoll von 2019 lesbar, in dem ein Gerätewart berichtet.

Löschen ist der Fall für Fehleingaben, nicht für beendete Ämter.

Häufige Fragen

Warum reicht eine Liste des Vorstands nicht?

Weil eine Liste immer den heutigen Stand zeigt und die Frage regelmäßig einen vergangenen betrifft. Und weil Rechte, die an Personen hängen, nach jeder Wahl von Hand nachgezogen werden müssen — was zuverlässig unterbleibt.

Wie belege ich, wer 2023 Kassenwart war?

Über den Stichtag in der Amtsträgerliste. Sie zeigt die Besetzung zu diesem Datum, weil jede Besetzung Beginn und Ende trägt.

Was sind Sitzungsrechte am Amt?

Rechte, die für Sitzungen und Abstimmungen gelten — Versammlungsleitung, Protokollführung, Stimmberechtigung. Sie werden dem Amt zugeordnet und wandern mit der Person, die das Amt hält.

Was mache ich mit einem Amt, das nicht mehr besetzt wird?

Stilllegen. Es verschwindet aus Auswahlen, bleibt in der Historie und macht alte Protokolle nicht unverständlich.

Wer was darf, steht im Amt

In Methacore hängen Rechte an Funktionen und wandern bei der Wahl mit. Ab 0,12 € pro Monat je zehn Benutzer.

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