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Vereinspraxis

Karten für Vereinsveranstaltungen

Das Sommerfest ist ausverkauft — sagt die Liste, die der Kassierer führt. Der Jugendwart hat parallel dreißig Karten über WhatsApp vergeben, die dort nicht stehen. Am Samstag stehen vierzig Leute mehr vor der Tür, als das Zelt fasst.

Der Fehler liegt nicht bei den beiden. Er liegt daran, dass es zwei Listen gab.

Kartenarten mit Kontingent

Eine Veranstaltung bekommt Kartenarten — Erwachsene, Kinder, Familie, Mitglieder. Jede mit eigener Bezeichnung, eigenem Preis und eigenem Kontingent.

Darüber steht ein Gesamtkontingent: wie viele Karten es insgesamt gibt, unabhängig von der Art. Beides zusammen bildet ab, was ein Verein tatsächlich braucht: 200 Plätze im Zelt, davon höchstens 40 ermäßigt.

Die Prüfung passiert beim Kauf, nicht danach. Zwei Käufer, die gleichzeitig die letzte Karte wollen, bekommen sie nicht beide — wer zuerst da ist, bekommt sie. Das klingt selbstverständlich und ist es bei selbstgebauten Lösungen nicht.

Ermäßigung

Ermäßigte Karten lassen sich mit Grund hinterlegen. Das ist mehr als Buchhaltung: Wer später erklären muss, warum 60 Karten zum halben Preis rausgingen, hat die Antwort in der Liste.

Typische Gründe: Mitglieder, Kinder unter 12, Helferinnen und Helfer, Ehrenmitglieder.

Kartencode und Einlass

Jede verkaufte Karte trägt einen Kartencode. Am Einlass wird geprüft, ob er gültig ist — und ob er schon benutzt wurde.

Das löst das zweite Problem des Abends: die Karte, die per Foto weitergegeben wurde. Ein Code, der einmal durch ist, ist durch.

Erlöskonto

Je Kartenart lässt sich ein Erlöskonto hinterlegen. Damit landen die Einnahmen dort, wo sie in der Buchhaltung hingehören — getrennt nach Eintritt, Bewirtung oder Sonderveranstaltung, wenn der Verein das so führt.

Für Vereine mit wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb ist diese Trennung nicht optional. Der Eintritt zu einer geselligen Veranstaltung wird steuerlich anders behandelt als eine Startgebühr; wer alles auf ein Konto bucht, sortiert es beim Jahresabschluss von Hand auseinander.

Abendkasse oder Vorverkauf?

 VorverkaufAbendkasse
Planungssicherheitja — man weiß, wie viele kommennein
Überbuchungausgeschlossenmöglich
Aufwand am AbendEinlass prüfenkassieren, wechseln, zählen
Aufwand vorherVeranstaltung anlegenkeiner
Bargeldwenigviel

Der Vorverkauf lohnt sich ab dem Punkt, an dem eine Veranstaltung voll werden kann. Bei einem offenen Vereinsnachmittag ist die Abendkasse richtig.

Was das ersetzt — und was nicht

Es ersetzt die Excel-Liste und die WhatsApp-Zusage. Es ersetzt nicht die Anmeldung zu einem Kurs: Ein Kurs hat Termine, Teilnehmer und oft eine Beitragspflicht; eine Veranstaltung hat einen Abend und Karten.

Und es ersetzt nicht die Anmeldung zu einer Mitgliederversammlung — dort geht es um Stimmberechtigung, nicht um Kontingent.

Datenschutz

Kartenkäufer sind oft keine Mitglieder. Damit gelten die Grundsätze besonders streng:

  • Nur erheben, was der Einlass braucht. Für eine Karte reicht in der Regel ein Name. Geburtsdatum und Anschrift braucht niemand, um jemanden ins Zelt zu lassen.
  • Nach der Veranstaltung löschen. Wenn abgerechnet und geprüft ist, hat die Käuferliste ihren Zweck erfüllt — siehe Aufbewahrung.
  • Nicht in den Newsletter übernehmen. Wer eine Karte kauft, hat nicht in Werbung eingewilligt; dafür braucht es eine eigene Einwilligung.

Das ist keine Rechtsberatung. Im Zweifel entscheidet der Verein mit seinem Datenschutzbeauftragten.

Häufige Fragen

Warum nicht einfach Abendkasse?

Bei kleinen offenen Veranstaltungen spricht nichts dagegen. Sobald die Plätze begrenzt sind, braucht der Verein eine Zahl, auf die er sich verlassen kann — und niemanden, der am Abend Wechselgeld zählt.

Wie verhindern wir Überbuchung?

Über Kontingente je Kartenart und ein Gesamtkontingent. Beides wird beim Kauf geprüft, nicht im Nachhinein.

Was ist ein Kartencode?

Die Kennung der einzelnen Karte. Am Einlass wird geprüft, ob sie gültig ist und ob sie schon benutzt wurde — damit wird eine weitergegebene Karte kein zweites Mal eingelöst.

Wie kommt der Erlös in die Buchhaltung?

Über das Erlöskonto, das je Kartenart hinterlegt wird. Getrennte Konten machen den Jahresabschluss einfacher, besonders bei wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb.

Eine Liste, nicht drei

In Methacore verkauft der Verein Karten mit Kontingent, Code und Erlöskonto. Ab 0,12 € pro Monat je zehn Benutzer.

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