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Vereinspraxis

Anmeldeformular: Aufnahmeantrag online, mit SEPA-Mandat

Der klassische Aufnahmeantrag ist ein PDF. Es wird heruntergeladen, ausgedruckt, ausgefüllt, fotografiert, per Mail geschickt, abgetippt, abgelegt — und in einem von drei Fällen fehlt die IBAN oder die Unterschrift der Sorgeberechtigten.

Der Aufwand liegt dabei nicht beim Antragsteller. Er liegt beim Verein: Jeder Antrag ist zehn Minuten Abtipparbeit, und jeder Fehler beim Abtippen wird irgendwann eine falsche Rechnung.

Der Formularbaukasten

Der Baukasten stellt aus Feldern ein Formular zusammen. Verwendet wird er an zwei Stellen — für den Aufnahmeantrag und für Kursbuchungen. Dieselbe Logik, dieselben Feldtypen: Text, Auswahl, Dropdown, Datei, Zustimmung.

Ein Formular trägt:

  • Name. Wonach der Verein das Formular unterscheidet — er bestimmt auch die Adresse, unter der es öffentlich erreichbar ist.
  • Beschreibung. Was über dem Formular steht, bevor das erste Feld kommt. Dieser Text ist wichtiger als er aussieht: Hier steht, wofür man sich anmeldet, ab wann der Beitrag läuft und was danach passiert.
  • Felder. Die eigentliche Zusammenstellung.
  • SEPA-Mandat verlangen. Dazu unten.
  • Status. Entwurf oder veröffentlicht.

Welche Felder ins Aufnahmeformular gehören

Die Versuchung, alles zu fragen, ist hier größer als sonst — man hat den Antragsteller ja gerade an der Angel. Sie ist der zuverlässigste Weg zu abgebrochenen Anmeldungen.

Der Pflichtteil:

  • Vor- und Nachname, Anschrift, Geburtsdatum
  • E-Mail-Adresse
  • Beitragsgruppe oder Abteilung — je nachdem, was der Verein zur Wahl stellt
  • Bei Minderjährigen: Sorgeberechtigte
  • Zustimmung zur Satzung und zur Datenschutzinformation

Was fast immer verzichtbar ist: Beruf, Konfession, Zweittelefonnummer, Fragen „für die Statistik“. Jedes Feld, dessen Antwort niemand liest, ist ein Feld, das Anmeldungen kostet — und datenschutzrechtlich ein Feld ohne Zweck.

Mehrere Formulare: der eigentliche Trick

Ein einziges Formular für alle Fälle wird unweigerlich unübersichtlich, weil Kinder Sorgeberechtigte brauchen und Erwachsene nicht, weil die Abteilung Schwimmen nach Schwimmabzeichen fragt und Turnen nicht.

Deshalb: mehrere Formulare, jedes mit eigener Adresse.

  • Erwachsene — „Aufnahmeantrag für Mitglieder ab 18 Jahren.“
  • Kinder und Jugendliche — mit Sorgeberechtigten und deren Zustimmung.
  • Fördermitglieder — kurz, mit Betrag.
  • Je Abteilung, wenn die Sparten sich stark unterscheiden.

Auf einer Abteilungsseite lässt sich das passende Formular vorbelegen: Wer über die Schwimmseite beitritt, hat Schwimmen schon gewählt.

SEPA-Mandat im Formular

Der Schalter SEPA-Mandat verlangen ergänzt das Formular um IBAN, Kontoinhaber und die Mandatstexte. Das ist der Teil, der den Verein am meisten Arbeit spart: Ohne Mandat beim Beitritt entsteht ein Mitglied, dem man hinterherlaufen muss, bevor der erste Beitragslauf sinnvoll ist.

Zum Mandat gehört, dass es prüfbar bleibt: Was der Antragsteller bestätigt hat, wird mit dem Antrag gespeichert, samt Zeitpunkt und der elektronischen Unterschrift unter dem Antrag. Die Mandatsreferenz entsteht aus dem Nummernkreis.

Veröffentlichen und zurücknehmen

Ein Formular im Entwurf ist nicht erreichbar. Erst Veröffentlichen macht die Adresse aufrufbar — und zwar unter dem Handle des Vereins, sodass die Adresse nach Verein aussieht und nicht nach Formulardienst.

Umgekehrt geht es auch: Zurück auf Entwurf, wenn eine Abteilung keine Anmeldungen mehr annimmt oder ein Kurs voll ist. Das ist ehrlicher als ein Formular, das Anmeldungen sammelt, die niemand bearbeitet.

Die Vorschau zeigt das Formular so, wie der Antragsteller es sieht. Ein Durchgang von oben nach unten dauert eine Minute und erspart die klassische Entdeckung, dass ein Pflichtfeld ohne Beschriftung mitten in der Anschrift steht.

Was danach passiert

Ein abgesendeter Antrag landet in den Aufnahmeanträgen. Dort wird er geprüft, angenommen oder abgelehnt — oder es geht eine Rückfrage raus, wenn etwas fehlt. Bei Annahme entstehen die Mitglieder samt Mandat, und der Antrag hängt als PDF am Mitglied.

Abgetippt wird nichts.

Häufige Fragen

Ist ein Online-Aufnahmeantrag rechtlich wirksam?

Der Beitritt ist ein Vertrag; er braucht grundsätzlich keine eigenhändige Unterschrift, sofern die Satzung nichts anderes verlangt. Entscheidend ist, dass der Antragsteller Satzung und Beitragsordnung zur Kenntnis nehmen konnte und seine Erklärung dokumentiert ist. Wo die Satzung „schriftlich“ verlangt, lohnt ein Blick darauf, wie das gemeint ist.

Das ist eine Einordnung aus der Vereinspraxis und keine Rechtsberatung.

Brauche ich für das SEPA-Mandat eine Unterschrift?

Ein SEPA-Basismandat verlangt eine Autorisierung durch den Zahlungspflichtigen. Elektronisch erteilte Mandate sind in der Praxis verbreitet; wichtig ist, dass Mandatstext, Zeitpunkt und Zustimmung nachweisbar gespeichert sind — genau das passiert hier. Bei Zweifeln fragt man die kontoführende Bank.

Warum mehrere Formulare?

Weil Kinder, Erwachsene und Fördermitglieder verschiedene Angaben brauchen. Ein Formular für alles wird lang, und lange Formulare werden abgebrochen. Jedes Formular hat seine eigene Adresse und kann gezielt verlinkt werden.

Was passiert nach dem Absenden?

Der Antrag erscheint in den Aufnahmeanträgen und wird dort bearbeitet. Der Antragsteller bekommt eine Rückmeldung — bei Annahme, bei Ablehnung und bei einer Rückfrage.

Beitreten, ohne zu drucken

In Methacore stellt der Verein sein Aufnahmeformular selbst zusammen — mit Mandat, ohne Abtipparbeit. Ab 0,12 € pro Monat je zehn Benutzer.

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