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Vereinspraxis

Öffentlicher Vereinskalender: Termine abonnieren statt abschreiben

Vereinstermine werden traditionell verteilt: als Aushang, als PDF im Anhang, als Nachricht in einer Gruppe. Jede dieser Formen hat dasselbe Problem — sie ist eine Kopie. Und Kopien veralten in dem Moment, in dem sich ein Termin verschiebt.

Der öffentliche Kalender ist der Gegenentwurf: Es gibt eine Quelle, und alle anderen lesen sie.

Welche Termine erscheinen

Nur die, die im Kalender als für Externe sichtbar markiert sind. Die Sichtbarkeit wird am einzelnen Termin gesetzt, nicht am Kalender — deshalb kann das Sommerfest öffentlich sein und die Vorstandssitzung am selben Tag nicht.

Was typischerweise öffentlich gehört:

  • Vereinsfeste, Turniere, Wettkämpfe
  • Schnuppertermine und Kursstarts
  • Mitgliederversammlungen (das Datum, nicht die Tagesordnung)
  • Termine, zu denen Externe kommen sollen

Was intern bleibt: Trainingsbetrieb mit Gruppennamen, Vorstandssitzungen, alles mit internen Notizen. Die internen Notizen an einem Termin erscheinen nie öffentlich — der Hinweis, dass der Schlüssel beim Hausmeister liegt, gehört nicht ins Netz.

Der Feed

Der eigentliche Nutzen steckt im Abonnement. Der Kalender bietet eine Adresse, die sich in jedes Kalenderprogramm eintragen lässt:

ProgrammWeg
Apple KalenderDatei → Neues Kalenderabonnement, Adresse einfügen
Google KalenderWeitere Kalender → Per URL
OutlookKalender hinzufügen → Aus dem Internet
ThunderbirdNeuer Kalender → Im Netzwerk

Danach erscheinen neue Termine dort von selbst, und verschobene Termine verschieben sich mit.

Für den Verein heißt das: Er hört auf, Termine zu verschicken. Er pflegt sie einmal.

Warum das Aushänge ersetzt

Der praktische Vergleich:

Aushang. Wird gedruckt, aufgehängt, veraltet, hängt bis zum nächsten Aushang. Wer ihn nicht in der Halle sieht, sieht ihn nicht.

PDF im Anhang. Wird verschickt, heruntergeladen, in einen Ordner gelegt und nie wieder geöffnet. Bei einer Änderung existieren zwei Versionen.

Abonnierter Kalender. Steht dort, wo Menschen ohnehin nachsehen — in ihrem eigenen Kalender, neben Arbeit und Familie. Änderungen kommen an, ohne dass jemand etwas tut.

Der letzte Punkt ist der entscheidende: Ein Termin, der im eigenen Kalender steht, wird nicht vergessen. Ein Termin auf einem Aushang schon.

Für wen der öffentliche Kalender gedacht ist

Drei Gruppen, die keinen Zugang zum Verein haben:

  • Eltern, die keine App installieren. Sie abonnieren den Kalender und haben die Termine ihres Kindes im Familienkalender.
  • Interessierte. Wer überlegt, beizutreten, will wissen, was im Verein passiert. Ein Kalender mit sechs Terminen im nächsten Quartal beantwortet das besser als jeder Beschreibungstext.
  • Kooperationspartner — Schulen, andere Vereine, die Kommune. Ein abonnierter Kalender erspart die Terminabsprache per Mail.

Mitglieder mit App brauchen den öffentlichen Kalender nicht; sie sehen mehr, weil sie auch die internen Termine sehen.

Die Grenze

Der öffentliche Kalender ist eine Anzeige, keine Anmeldung. Anmeldungen zu Terminen laufen über die App oder den Mitgliederbereich und setzen ein Konto voraus — weil sonst nicht feststellbar ist, wer sich angemeldet hat.

Für Angebote, zu denen sich Externe anmelden sollen, ist der richtige Weg ein Kurs mit Buchung, nicht ein Termin im Kalender.

Häufige Fragen

Welche Termine erscheinen im öffentlichen Kalender?

Nur die, die am Termin als „für Externe sichtbar“ markiert sind. Interne Termine und interne Notizen erscheinen nicht.

Wie abonniere ich den Kalender?

Über die Abo-Adresse, die im Kalender angeboten wird. Sie wird einmal in Apple Kalender, Google Kalender, Outlook oder Thunderbird eingetragen; danach aktualisiert sich der Kalender selbst.

Wie schnell erscheinen Änderungen?

Das hängt am Kalenderprogramm — die meisten prüfen mehrmals täglich. Bei sehr kurzfristigen Änderungen ist eine Benachrichtigung an Mitglieder der schnellere Weg.

Können Externe sich zu Terminen anmelden?

Nicht über den öffentlichen Kalender. Anmeldungen setzen ein Konto voraus. Für Angebote mit Anmeldung von außen ist ein Kurs mit Buchung der richtige Weg.

Eine Terminquelle statt fünf Kopien

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