Blog Beiträge & Finanzen

Vereinspraxis

Beitragslauf: aus 600 Mitgliedschaften werden 600 Rechnungen

Der Beitragseinzug ist der Vorgang, an dem in Vereinen die meiste Zeit hängt und über den am wenigsten gesprochen wird. In der Excel-Welt läuft er so: Liste sortieren, Beiträge nachrechnen, Kinder suchen, die 18 geworden sind, Familien zusammenzählen, Rabatte prüfen, Rechnungen bauen, IBANs kontrollieren, Datei erzeugen, hoffen.

Zwei Abende Arbeit, einmal im Jahr oder viermal, plus die Fehler, die man erst durch Rückfragen findet.

Was der Beitragslauf tut

In einem Satz: Er erzeugt aus den Mitgliedschaften die Rechnungen einer Leistungsperiode.

Voraussetzung sind drei Dinge, die vorher stehen müssen:

  • Beitragsgruppen mit Betrag oder Formel und Zahlungsintervall.
  • Mitglieder mit Beitragsgruppe — ohne Zuordnung wird nicht abgerechnet.
  • Ein Nummernkreis für Rechnungen.

Ergebnis sind Rechnungen mit Positionen, gebucht auf die Mitgliedskonten. Ab dort laufen sie durch offene Posten, Lastschrifteinzug und, wenn nötig, Mahnwesen.

Die Leistungsperiode

Der Stichtag bestimmt die Leistungsperiode je Beitragsgruppe. Das ist wichtiger als es klingt: Ein Verein hat selten ein einziges Intervall. Erwachsene zahlen jährlich, die Kursgruppe halbjährlich, die Fördermitglieder monatlich. Jede Gruppe hat also ihre eigene Periode, und der Lauf rechnet für jede die richtige.

Ohne Auswahl werden alle Beitragsgruppen abgerechnet. Wer nur eine Gruppe abrechnen will — etwa eine, die aus dem Rhythmus gefallen ist —, wählt sie ausdrücklich.

Bereits abgerechnete Perioden werden nicht doppelt erzeugt. Das ist die Sicherung gegen den häufigsten Bedienfehler: zweimal auf „Ausführen“ klicken und 600 Doppelrechnungen erzeugen.

Der Testlauf ist nicht optional

Vor dem echten Lauf steht der Testlauf. Er rechnet alles, schreibt aber nichts.

Was man dabei findet, ist jedes Mal dasselbe und jedes Mal ärgerlich, wenn man es nicht vorher findet:

  • Mitglieder ohne Beitragsgruppe — sie fehlen still im Ergebnis.
  • Mitglieder ohne Geburtsdatum — dann kann kein Altersübergang gerechnet werden.
  • Formeln, die einen unerwarteten Betrag liefern, weil ein Platzhalter leer ist.
  • Ausgetretene, die noch eine Rechnung bekämen.
  • Die Summe. Ein Beitragslauf, der 20 % über dem Vorjahr liegt, hat einen Grund — den will man vor dem Versand kennen.

Erst wenn Summe und Zahl der Rechnungen plausibel sind, läuft der echte Durchgang.

Altersübergänge

Der Vorgang, der von Hand am meisten Fehler produziert: Kinder werden erwachsen. Aus der Jugendbeitragsgruppe wird die Erwachsenengruppe, meist zu einem Stichtag — Jahresbeginn oder Geburtstag, je nach Beitragsordnung.

Der Beitragslauf führt diese Übergänge aus, bevor er rechnet: Er setzt die Beitragsgruppe nach der eingestellten Regel um, mit Zielalter und Stichtag. Ohne Geburtsdatum kein Übergang — deshalb steht das im Testlauf als Hinweis.

Der praktische Wert: Ein Verein, der das von Hand macht, findet jedes Jahr drei Mitglieder, die seit zwei Jahren zu wenig zahlen. Das ist Geld, und es ist ein Gespräch, das niemand führen will.

Anteilig oder nicht

Wer im September eintritt, zahlt bei jährlicher Zahlweise entweder den vollen Jahresbeitrag oder vier Zwölftel. Beides ist vertretbar; entscheidend ist die Beitragsordnung.

Die Einstellung dazu steht zentral: anteilige Beitragsberechnung mit Genauigkeit (Monate oder Tage), der Frage, ob ein begonnener Monat voll zählt, und ob der Austrittstag noch als Mitgliedszeit gilt. Diese drei Angaben klingen kleinlich und entscheiden bei 60 Eintritten im Jahr über einen dreistelligen Betrag.

Rückwirkend abrechnen

Es gibt den Fall, dass eine Periode nachgeholt werden muss: Ein Mitglied wurde verspätet angelegt, eine Beitragsgruppe wurde nachträglich korrigiert, eine Sparte wurde vergessen.

Dafür gibt es die rückwirkende Abrechnung. Sie erzeugt die Rechnung für eine vergangene Periode, die noch nicht abgerechnet ist. Gibt es nichts nachzuholen, sagt das System das ausdrücklich — statt stillschweigend nichts zu tun.

Abbrechen und was danach gilt

Ein laufender Beitragslauf lässt sich abbrechen. Bereits geschriebene Rechnungen bleiben; es gibt keinen Knopf, der einen Lauf ungeschehen macht. Das ist konsequent: Eine erzeugte, nummerierte Rechnung ist ein Dokument, und Dokumente verschwinden nicht. Falsche Rechnungen werden storniert.

Deshalb — noch einmal — der Testlauf.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

  1. Prüfung laufen lassen: unvollständige Stammdaten korrigieren.
  2. Gemeldete Bankverbindungen übernehmen.
  3. Testlauf. Summe und Hinweise prüfen.
  4. Echten Lauf ausführen.
  5. Lastschrifteinzug planen — mit Blick auf die Vorlauffristen.
  6. Nach dem Einzug: Zahlungsabgleich und Rücklastschriften.

Häufige Fragen

Was ist eine Leistungsperiode?

Der Zeitraum, für den ein Beitrag geschuldet ist — bei jährlicher Zahlweise das Beitragsjahr, bei monatlicher der Monat. Sie ergibt sich je Beitragsgruppe aus deren Zahlungsintervall und dem Stichtag des Laufs.

Was passiert mit Mitgliedern, die während der Periode eintreten?

Das entscheidet die anteilige Beitragsberechnung. Ist sie aktiv, wird ab dem Eintritt gerechnet, mit der eingestellten Genauigkeit. Ist sie aus, gilt der volle Periodenbeitrag.

Wie funktionieren Altersübergänge?

Über Zielalter und Stichtag an der Beitragsgruppe. Der Lauf führt die Übergänge vor der Abrechnung aus. Mitglieder ohne Geburtsdatum werden dabei übersprungen und im Testlauf gemeldet.

Kann ich einen Beitragslauf zurücknehmen?

Nicht als Ganzes. Erzeugte Rechnungen sind Dokumente und werden bei Bedarf storniert. Der Testlauf ist deshalb der Schritt, den man nicht überspringt.

Ein Abend, den man nicht mehr braucht

In Methacore rechnet der Beitragslauf Formeln, Rabatte und Altersübergänge in einem Durchgang. Ab 0,12 € pro Monat je zehn Benutzer.

Verein registrieren